Sturzfaktor
Der Sturzfaktor
Bei jedem Sturz entsteht eine enorme Menge an Energie, was jeder Sichernde zweifellos bestätigen kann.
Darüber hinaus überträgt sich der durch den Sturz entstehende
F a n g s t o s s auf die gesamte Sicherungskette
und v er d o p p e l t sich fast an der Umlenkung oder am zuletzt eingehängten Sicherungspunkt. Jedes Glied in der Sicherungskette muss den Fangstoß aushalten ohne zu brechen, wenn es zu einem folgenschweren Sturz kommen sollte.
Die Formel
Die Länge des Sturzes (h) geteilt durch die Länge des ausgegebenen Seiles (l):
Der Sturzfaktor darf niemals höher sein als der Faktor 2,0
Da in der typischen Vorstiegsituation die Höhe des Sturzes nicht größer sein kann als die Länge des ausgegebenen Seiles mal 2 kann maximal ein Sturzfaktor 2 auftreten.
Im Normalfall ist das nur möglich, wenn der Vorsteigende ohne irgendwelche Zwischensicherungen eingehängt zu haben, am Standplatz vorbeistürzt.
Sobald aber Sicherungen eingehängt sind reduziert sich die Sturzhöhe, bei gleichbleibender Länge des ausgegebenen Seiles verringert sich so der Sturzfaktor zu weniger als 2.
Der Sturzfaktor darf niemals höher sein als der Faktor 2,0
Lebensretter Seildehnung ?
Der Fangstoß wird von drei Faktoren bestimmt:
1. Art des Seiles
2. Sturzfaktor
3. Gewicht
Energieaufnahme kann nur durch das Dynamische Seil erfolgen
(Durch die Seildehnung) Das Seil macht den Sturz weicher, reduziert den Fangstoß und somit die Möglichkeit eines Versagens der Sicherungskette. Das Seil ist in der Tat die einzige Konstante im ganzen System, denn es ist so konstruiert dass die Kraft, die auf einen Kletterer (80kg) im schlimmsten Falle (Sturzfaktor 2) einwirkt, nicht mehr als 1 2 k N beträgt.
S t a t i s c h e Seile dehnen sich nicht.. !!!!!!!.
Statische Seile, bei der Höhenrettung oft verwendet, die aufgrund ihrer Konstruktion nur minimal dehnen, sind sie so gut wie nicht in der Lage, einen Fangstoß zu absorbieren, ganz besonders dann, wenn nur wenig Seil ausgegeben ist. Was die Dehnfähigkeit des Seiles betrifft,nicht selten sind statische Seile so undynamisch wie ein Stahlseil, was bedeutet, dass die gesamte Kraft, die während eines Sturzes entsteht, auf den Körper und die Sicherungskette übertragen wird.
Beim Klettern kann schon ein sehr geringer Sturz zu einem kritischen Fangstoß führen
Bandschlingen und Expressschlingen sind statisch !!!!
Das Arbeiten oder Klettern ,an einem Standplatz ,wo nur
eine Bandschlingen oder einigen Expressschlingen in einen Haken eingehängt ist saugefährlich, ( es darf mit keinem Sturz belastet werden )
A c h t u n g ,
die Sicherung mit einer Bandschlinge oder Selbstsicherungsschlinge
ist ein Standart in der Rettungsarbeit / Klettern.
Ein Sturzfaktor 2, wie beim Bild , kann einen Fangstoß zur Folge haben, der Klettergurte oder Karabiner zerreißen lässt, ganz zu schweigen von den Verletzungen, die ein Kletterer in so einem Falle davon tragen würde.
Vielleicht sollte noch einmal ausdrücklich gesagt werden:
Ein Sturz von mehr als 1,2m !!!! in ein statisches Seil oder einige Schlingen kann einen Fangstoß zur Folge haben, der zu gefährlichen Verletzungen oder sogar zum Tode!! führen kann.
Wenn man bedenkt, dass der menschliche Körper nur für einen Augenblick in der Lage ist, eine Kraft von 12kN auszuhalten, sollte man doch besser nicht mit 18kN spielen.
Was noch dazu kommt, ist dass 18kN schon bedenklich nahe und in verschiedenen Fällen sogar schon über den von der UIAA festgelegten Mindestwerten für Kletterausrüstung liegt.
Hier noch einmal zum Vergleich die von der UIAA festgelegten Mindestwerte:
Bohrhaken: 25 kN
Karabiner: 20 kN - 7 kN - 7 kN (längst, quer, Schnapper-offen-Belastung)
Schlingen: 22 kN ( ohne Knoten )
Klettergurte: 15 kN
N o r m s t u r z
Der Normsturz ist ein in EN-892 definierter Sturz, bei dem ein bestimmtes Gewicht aus einer bestimmten Höhe herabfällt und vom Seil abgebremst werden muss. Das Seil wird dabei in einem Karabiner umgelenkt. Das Seilende ist fixiert, der Sturz wird also statisch gehalten. Beim Abbremsen darf eine bestimmte Kraft (Fangstoß nicht überschritten werden. Außerdem darf sich das Seil höchstens um einen bestimmten Faktor dehnen.
Die Belastung beim Normsturz ist so extrem ausgelegt, dass sie in der Praxis nicht auftreten kann. Das heißt, ein Seil, das noch einen Normsturz hält, kann in der Praxis nicht reißen (Ausnahme: Belastung über eine scharfe Kante .) Ein Seil, das mehr Normstürze aushält, ist aber stabiler. Damit ist auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass es einen Scharfkantensturz ) aushält.
Je nach Seiltyp gelten beim Normsturz unterschiedliche Anforderungen:
°Einfachseile
werden mit einem Gewicht von 80 kg im Einfachstrang getestet. Sie müssen mindestens 5 Stürze halten. Der maximal zulässige Fangstoß beim ersten Sturz beträgt 12 kN.
°Halbseile
werden mit einem Gewicht von 55 kg im Einfachstrang getestet. Sie müssen mindestens 5 Stürze halten. Der maximal zulässige Fangstoß beim ersten Sturz beträgt 8 kN.
°Zwillingsseile
werden mit einem Gewicht von 80 kg im Doppelstrang getestet. Sie müssen mindestens 12 Stürze halten. Der maximal zulässige Fangstoß beim ersten Sturz beträgt 12 kN.