Hängetrauma

Bei längerem freien Hängen in einem Gurt besteht die Gefahr
des akuten Herztodes, hervorgerufen durch das sogenannte

H ä n g e t r a u m a.

Die Ursachen für ein Hängetrauma sind die Belastungen, die
durch das Hängen im Gurt auf den Körper einwirken.

Hierzu gehören:

  • Schmerzen entlang des Gurtbandverlaufs
  • Einschnürungen, insbesondere der Oberschenkel, und hierdurch
    bedingte Durchblutungsstörungen sowie Nervenschädigungen
  • orthostatischer Schock
  • Kreislaufregulationsstörungen, Kollaps, Schock, Tod
  • Druck auf den Brustkorb

Hängetrauma

Wie lange man hängen darf und wann Gefahren bestehen, läßt
sich nicht genau festlegen. Teilweise ist die Meinung verbreitet,
20 Minuten seien zulässig, erst danach bestünden Gefahren.

Dies ist f a l s c h.

Wie schnell Gefahren auftreten können, ist abhängig von vielen Faktoren, wie z.B. der Fitness des Verunfallten und derKonstruktion des Gurtes.
Von entscheidender Bedeutung ist daher auch die Frage, ob der Verunfallte sich bewegen kann oder bewußtlos ist.

Im ungünstigsten Fall können bereits nach wenigen Minuten Schäden auftreten und nur in günstigen Fällen lassen sich die 20 Minuten erreichen, dann unter Umständen aber sogar überschreiten.

Was ist also im Falle eines Absturzes mit freiem Hängen im Gurt zu tun?

In jedem Fall ist sofort die Rettung einzuleiten. Dabei sollte man sich keine Zeit lassen mit der Gewissheit, 15 Minuten zur Verfügung zu haben.

+ So schnell wie möglich ist die einzige zuverlässige Zeitangabe! +

Ist der Verunfallte bei Bewußtsein, sollte er Hängeentlastungen durchführen, um Folgeschäden zu vermeiden. Dies kann geschehen durch:

- Bewegen der Arme und Beine

- Anstreben einer sitzenden Hängeposition

- Kontraktion der Gesäßmuskeln

- Entlastung der Beine mit Hilfe von Trittschlingen
oder dem Halteseil

+Nach der Rettung darf man den Verunfallten auf keinen Fall hinlegen+

Man sollte ihn nach Möglichkeit erst für einige Minuten stehen lassen (gegebenenfalls mit Hilfe), dann hinhocken und zuletzt mit dem Kopf hangaufwärts hinlegen.

Dieses Lagern sollte mindestens 20 bis 30 Minuten dauern und gilt auch, wenn der Verunfallte sich subjektiv wohl fühlt.

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Hier gibt es gute Infos bei der BG  über Sofortmassnahmen / Erste Hilfe bei Hängetrauma

BG-Infoschrift *Erste Hilfe - Notfallsituation: Hängetrauma *

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Aktuelles Ereignis ( Hängetrauma ?????? )

35-Jähriger stirbt bei Umspannarbeiten

35-Jähriger stirbt bei Umspannarbeiten

GRÜNKRAUT (sz) Im ersten Moment deutete alles auf einen Stromschlag hin: Der Mann war war auf den Masten geklettert, als seine Kollegen plötzlich bemerkten, dass er wie leblos im Seil hing. Also bargen sie ihn , riefen den Notarzt und versuchten den 35-Jährigen wieder zu beleben. Abgelöst wurden sie von Martin und Ursula Jobke, die “Helfer vor Ort” im Roten Kreuz und dann vom Notarzt. Doch vergeblich. Der Mann konnte nicht ins Leben zurückgeholt werden. Wie von seinem Arbeitgeber zu erfahren war, hinterlässt er Frau und zwei Kinder.

Was Kollegen und Helfern bei der Erstversorgung sofort auffiel: Der 35-Jährige zeigte keinerlei Verletzungen, die auf einen Stromschlag hindeuteten. Deswegen dauern die Ermittlungen der Kriminalpolizei zur Todesursache noch an. Möglicherweise, so der Geschäftsführer und Mitinhaber der Baufirma “Cteam”, Hubert Locher, werde erst eine Obduktion klären können, ob ein Arbeitsunfall oder medizinisch Gründe zum Tod des Arbeiters führten. “Gleich, was schuld sein sollte, es ist in jedem Fall tragisch”, sagt Locher im Gespräch mit der SZ.

Vorschriften eingehalten

Ein wenig tröstet ihn, dass er und seine Mitarbeiter sich nichts vorzuwerfen haben. Nach bisheriger Erkenntnis seien alle Vorschriften eingehalten worden: Um 5.58 Uhr sei der Strom abgestellt und eine halbe Stunde später die Baustelle freigegeben worden. Gegen 6.45 Uhr kam es dann zu dem Unfall.

Wäre noch Strom auf der Leitung gewesen, hätte das Unheil einen anderen treffen müssen, denn der 35-Jährige war laut Locher erst der Dritte oder Vierte, der “ins Seil griff”.

Die in Ummendorf ansässige Firma “Cteam” ist bundesweit tätig. In Grünkraut arbeitet sie mit 40 Männern im Auftrag der EnBW. Wie mehrfach berichtet litten Anwohner in Grünkraut über zehn Jahre unter der knisternden Hochspannungsleitung und fanden vor allem bei feuchtem Wetter wegen des Brummtons kaum Schlaf. Schließlich haben sie sich ihre Ruhe vor Gericht erstritten. Bis Ende dieses Jahres muss der Energieversorger die Umrüstung über die Bühne gebracht haben. Insgesamt sollen 16 alte durch 15 neue Strommasten ersetzt werden.

Für Hubertus Locher, der in Grünkraut wohnt, ist es der erste Auftrag direkt vor seiner Haustür. “Schlimm was passiert ist”, sagt er. Doch die Arbeit muss weitergehen. Auch am Wochenende - so sieht es der Zeitplan vor. Und auch wenn Locher die Männer , die am Samstag direkt den Unfall miterleben mussten, noch geschont hat, so waren es andere, die gestern zu einem anderen Masten weiterzogen.

(Erschienen: 14.07.2008)

Autor: martin
Datum: Samstag, 26. Januar 2008 3:00
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