aktuell Seilriss
In einer Kletterhalle in Neuss ereignete sich im Juli 2006 ein Seilriss. Anscheinend hatte der Kletterer sein Seil nicht vollständig in einen Umlenkkarabiner der Firma Fixe eingehängt. Das führte dazu, dass das Seil an der Nase des Schnappers liegen blieb und durch den Schnapper eingeklemmt wurde. Nach einer relativ kurzen Abseilstrecke ist das Seil gerissen.
Kletterer also aufgepasst: Das Seil nach erfolgtem Vorstieg immer vollständig einhängen! Um weitere mögliche Unfälle auszuschließen, will die Firma Fixe nicht sauber verarbeitete Umlenkketten austauschen.
Bereits im Januar 2005 berichtete die DAV Sicherheitsforschung von einem Beinahe- Seilriss: Ein Kletterer traute in einer Kletterhalle nach zwei Metern Vorstiegssturz seinen Augen nicht: Der Mantel des Seils und drei der neun Litzen sind gerissen. Grund war ebenfalls eine scharfe Karabinerkante.
Seilriss??
Ein Seil kann heute (die richtige Pflege vorausgesetzt)
nicht mehr im Karabiner der Zwischensicherung,
nicht mehr im Anseilknoten,
nicht mehr im Bereich der Kameradensicherung (egal welche Sicherung),
wie hoch der Sturz auch immer sein mag, reißen.
Der Seilriss kann aber noch immer bei entsprechender Sturzbelastung über eine Felskante vorkommen.
Seilalterungsuntersuchung
5.000 Gebrauchsmeter (klettern + abseilen) = 50 % Kantenarbeitsvermögen
10.000 Gebrauchsmeter (klettern + abseilen) = 30 % Kantenarbeitsvermögen
Dieser auffallend hohen Abnahme der Kantenfestigkeit steht gegenüber:
Seilrisse ereignen sich relativ selten bis Anfang der 80-er Jahre im dt. Sprachraum 1 - 2 jährlich, seitdem keine mehr.
Trotzdem gibt es folgende Dinge zu beachten:
Geschwindigkeit beim Abseilen, ist Ihr Abseilachter nach dem Abseilen so heiß, daß Sie ihn nicht angreifen können, wird das Seil auf Dauer ganz sicher geschädigt.
Sportklettersturz (Sturzfaktor 0,35 - 0,45), nach 220 Stürzen (belastet mit einem 80 kg schweren Fallgewicht) “endlich gerissen”. Trotzdem sollte so ein Seil für das Alpin-Klettern oder bei Gefahr einer Kantenbelastung nicht mehr verwendet werden.
Vorsicht bei Säuren und sonstigen Chemikalien. Unterlassen Sie die Mittenmarkierung (sowohl mit Klebeband als auch mit div. Markierungsstiften, da Sie deren chemische Zusammensetzung nicht kennen).
Bei möglicher Scharfkantenbelastung besonders auf die Seilführung achten. Besteht die Möglichkeit, über der scharfen Kante eine Zwischensicherung anzubringen, unbedingt dieselbe legen.
“Sicherheit und Risiko in Fels und Eis”
Bergverlag Rother GmbH., München
ISBN 3-7633-6016-6
Benutzungsdauer? Kontrolle? Wartung?
10 Jahre -optimal gelagert unbenutzt
7 Jahre - minimale mech. Belastung
seltene Nutzung; 1 mal jährlich
5 Jahre - geringe mech. Belastung gelegentliche Nutzung;
1 mal monatlich
3 Jahre - mittlere mech. Belastung regelmäßige Nutzung;
wöchentlich
1 Jahr - große mech. Belastung Dauergebrauch;
Täglich
Das Seil ist vor jeder Benutzung d.h. nach jedem
Gebrauch und zusätzlich vor jeder Übung, sowie mindestens halb jährlich, einer Sichtprüfung zu unterziehen.
Das Führen eines Gerätetagebuch für die jährliche Prüfung,
durch einen Sachkundigen,ist erforderlich.
Aussonderung der betroffenen Teile ist erforderlich bei :
Starker mechanischer Belastung
Sturzbelastung
Kontakt mit Chemikalien
Beschädigung
Starker thermische Belastung Kontakt oder Reibungshitze
Starker Verschmutzung, die nicht gereinigt werden kann, (z.B. mit Fette Öle Bitumen… )
Ablauf der Aussonderungsfristen,die Aussonderung richtet sich nach den Angaben der Hersteller.